Echt privat und echt wichtig

Echt privat und echt wichtig 

Wie der tourismus oberbayern müncHen privatvermieter (nicht nur in der Krise) unterstützt

Eigentlich wollte Michaela Grasegger nicht in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Seit Jahren lebte sie in der Schweiz und arbeitete dort als Naturheilpraktikerin. Dann fragte die Mutter sie, ob sie nicht doch das seit rund 100 Jahren von der Familie betriebene Gästehaus Debicher-Wastl in Garmisch-Partenkirchen übernehmen wollte. 2019 wagte Michaela Grasegger den Neuanfang und fing an, das Gästehaus zeitgemäß umzugestalten. Doch was muss man technisch machen, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben?

„In Sachen Digitalisierung, moderne Buchungssysteme und Social Media brauchte ich einfach Hilfe. Da kam das Programm ‚echt privat‘ vom Tourismus Oberbayern München e.V. gerade richtig“, sagt die Gastgeberin, die in einer individuellen Beratung vor Ort wertvolle Anregungen und hilfreiche Praxistipps bekam. „Ich bereue nichts! Trotz der Krise fühle ich mich gestärkt. Ich weiß, dass die Gäste nur darauf warten, wiederkommen zu dürfen und nutze den Lockdown, um das Haus weiter zu modernisieren.“

Auch Rosi Pfeffer (52), die seit 15 Jahren Ferienwohnungen in Krün vermietet, wird eine Beratung von „echt privat“ in Anspruch nehmen und ihr Landhaus Bärnbichl fit für die Zukunft machen. Sie ist mit Leib und Seele Privatvermieterin, wie schon ihre Oma und Mutter, und will es auch bleiben – trotz aller Widrigkeiten.

TOM will Menschen Mut machen

„Uns sind nicht nur die Menschen wichtig, die mit der Vermietung von Zimmern ihre eigene Existenz sichern können,“ so Ingrid Dietl vom Tourismus Oberbayern München e.V. (TOM), die mit Programmen wie „echt privat“ und „echt digital“ Privatvermieter wie Michaela Grasegger aktiv unterstützt und gemeinsam mit den Regionen dafür sorgt, dass ein Coaching vor Ort stattfindet. Es geht darum, Privatvermieter als wichtige Säule im Tourismus in Oberbayern zu stärken und zu halten. Neben dem Programm „echt privat“ bieten Destinationen außerdem regionale Angebote mit diversen Unterstützungsleistungen. So stehen den Privatvermietern beispielsweise auch eigens ausgebildete eCoaches als Digitalbotschafter für Digitalisierungs-Fragen zur Seite. 

Mit ca. 25 bis 30 Prozent gerade in den alpinen und ländlichen Destinationen bringen die Privatvermieter (Unterkünfte mit bis zu zehn Betten) einen wesentlichen Teil der Bettenkapazitäten ein. Privatvermieter – darunter auch die vielen Anbieter des beliebten Urlaub auf dem Bauernhof – sind zugleich bedeutende Imageträger für den ländlichen, naturnahen Tourismus in Oberbayern. Der TOM e.V. will daher nicht nur bestehende Betriebe stärken, sondern auch noch mehr Menschen Mut machen, Zimmer privat an Gäste zu vermieten. Schließlich ist die Privatvermietung ein nachhaltiges Beschäftigungsfeld mit Zukunft und eine ideale Möglichkeit, Familie und Arbeiten gut miteinander zu verbinden. Insgesamt sollen in dem Programm des TOM rund 150 Privatvermieter durch die individuelle Vor-Ort-Beratungen neue Impulse erhalten. Noch bis Ende März können kurzfristig  Interessierte kostenlose Vor-Ort-Befragungen wahrnehmen (Anfrage per Mail).

Die Ergebnisse aller Beratungen fließen anonymisiert in eine Gesamtauswertung für Oberbayern ein. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden gemeinsam mit einer Strategiegruppe ´Privatvermieter´ passgenaue Maßnahmen und Angebote zur Unterstützung, Qualitätsverbesserung und Zukunftsfähigkeit entwickelt.

Abgeschiedenheit und Authentizität: Privatvermieter auch in der Krise im Vorteil

Die Pandemie stellt natürlich auch für Privatvermieter eine nie dagewesene Herausforderung dar. Aber während Hotels, Gasthöfe und Pensionen in Deutschland im Sommerhalbjahr 2020 einen Rückgang der Übernachtungen um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum hinnehmen mussten, konnten Anbieter von Ferienhäusern und -wohnungen ein leichtes Plus von einem Prozent verbuchen. Gerade zu Corona-Zeiten ziehen viele Urlauber die Abgeschiedenheit und Sicherheit einer Privatunterkunft den vielen Kontakten im Hotel vor.

Aber auch unabhängig von der Krise bescheinigt die dwif-Consulting GmbH den Privatvermietern ein großes Potential. Aufgrund neuer Entwicklungen im Vertrieb und sich wandelnder Kundenbedürfnisse ist dieses Segment in den vergangenen Jahren stark in Bewegung gekommen. Die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft beeinflusst Werte, Motive und Bedürfnisse und führt zu einem gewandelten Reise- und Buchungsverhalten der potenziellen Gäste: Das Bedürfnis nach Authentizität, persönlichen Begegnungen und individueller Atmosphäre steigt.  Weitere Infos zum Privatvermieter-Sektor finden Sie hier.

Der besondere Charme Oberbayerns

Die steigende Nachfrage bestärkt auch Rosi Pfeffer und Michaela Grasegger. Zu bestimmten Zeiten könnten sie ihre Unterkünfte gleich mehrfach belegen. Es lohnt sich also, die Häuser fit für die Zukunft zu machen. „Privatvermietung ist nicht nur ein wichtiger und zukunftsträchtiger Wirtschaftszweig. Sie macht auch den besonderen Charme Oberbayerns aus. Gerade Familien suchen den gemütlichen, naturnahen und bezahlbaren Ferienwohnungs-Urlaub“, sagt Rosi Pfeffer. Sie appelliert an alle alteingesessenen Privatvermieter, durchzuhalten. „Bayern ist echt privat und echt herzlich.“

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