Pferde auf der Leonardifahrt in Grafing

Leonhardifahrt – Tradition in Grafing bietet Heimat

Jeden letzten Sonntag im Oktober findet die Leonhardifahrt in Grafing bei München statt. Dabei ziehen viele festlich geschmückte Pferde und Truhenwagen aus Nah und Fern alljährlich an tausenden Besuchern durch die Grafinger Innenstadt und den barocken Marktplatz in dieser alten Handelsstadt vorbei. Nach einem Feldgottesdienst an der gotischen Leonhardikirche werden die Pferde und Teilnehmer bei dem dreimaligen Umritt gesegnet. Dazu gibt es anschließend ein Rahmenprogramm auf dem Grafinger Marktplatz mit Ständen, die für das leibliche Wohl sorgen. Diese Tradition geht nachweislich auf das Jahr 1708 zurück. Der um ca. 500 geborene Leonhard hat sich nach seiner Weihe zum Priester um Kranke und Hilfsbedürftige gekümmert. Sein besonderes Augenmerk lag allerdings auf zu Unrecht verurteilte Strafgefangene. Der Kult um St. Leonhard setzte zu Beginn des 11. Jahrhunderts ein, als die Reliquien des Heiligen öffentlich zur Schau gestellt wurden. Die Ketten, die die Gläubigen einst aus Dankbarkeit für ausgebliebene bzw. überstandene Gefangenschaft nach der Rückkehr gestiftet hatten, wurden nun als Viehketten gedeutet und sind das Attribut des heiligen Leonhard. So wandelte sich Leonhard im Laufe des von wiederholten Viehseuchen heimgesuchten 17. Jahrhunderts zum Patron der Nutztiere.

Leonhardifahrt – Tradition in Grafing bietet Heimat

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