© Norman Bielig

Kreativität und Innovationsgeist: Axel Berger und seine IsarStreetArt   

Kultur

Axel Berger aus dem Tölzer Land ist einer unserer oberbayerischen Tourismushelden. Ein Freigeist, ein Macher und jemand der schon immer gern Out of the Box denkt. In den letzten Jahren hat er im Tölzer Land vieles angeschoben und hat dabei immer vernetzt gedacht. Hat Projekte und Menschen zusammengebracht. Axel steht dabei stellvertretend für viele Oberbayern, die ihr Umfeld inspirieren und etwas für die lokale Gemeinschaft entstehen lassen. Wir haben uns mit ihm auf dem Gelände des Moraltparks in Bad Tölz zum Gespräch getroffen. 

Ein Spielplatz der Künste

Der Ort ist nicht zufällig gewählt. Die ehemaligen Fabrikgebäude auf dem Moraltgelände bespielt Axel mit seinem Künstlerkollektiv IsarStreetArt seit einiger Zeit. Sie konnten hier bereits Veranstaltungen umsetzen und beim Gang durch die alten Hallen spürt man den inspirierenden Geist dieses Ortes. Sofort schießen uns und Axel Ideen für mögliche Nutzungen durch den Kopf. Und so sind es wohl doch oft Orte mit Geschichte, Orte mit viel freiem Raum und einem besonderen Charme, die auf uns wirken. 

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Wir erhaschen besondere Blicke über Bad Tölz, den Isarwinkel und auf die direkt am Gebäude vorbeifließende Isar. Axel erzählt uns von seinen zahlreichen Projekten – dem Hochseilgarten, in dem er Märchen inszeniert, seinen Events, seiner Graffitikunst und dem Videomapping. Umtriebig könnte man ihn wohl nennen und diese Spannung merkt man ihm förmlich an. 


Axel, was macht das Leben in Oberbayern für dich besonders? 

Wir hatten das unglaubliche Glück, ohne Eigenleistung durch unsere Geburt hier auf diesen goldenen Quadratkilometern zu landen. Ein absolutes Privileg. Nah am Süden, malerisch gelegen, weitgehend unbeschwerte Verhältnisse, da wirtschaftlich und politisch stabil und vor Allem: traumhaft schön! Das Grundrauschen, das ich in mir trage, wurde mir auf meinen zahlreichen Reisen in der ganzen Welt besonders bewusst und auch die Tatsache, dass dies mit dem HIER zu tun hat. Dies erfüllt mich mit Dankbarkeit. 

Was motiviert dich seit so vielen Jahren für deine beruflichen Projekte (Hochseilgartenbetreiber, Graffitikünstler, Veranstalter)? 

Die Motivation finde ich in den zahlreichen Begegnungen mit den Menschen. Ein ungeheuerliches Maß an Gastfreundschaft durfte ich auf meinen Reisen erfahren. Davon etwas zurückzugeben fühlt sich für mich nur folgerichtig an. Daher erfüllt mich meine Arbeit am Hochseilgarten Isarwinkel sehr. Dort begegne ich nicht nur Firmen aus diversesten Bereichen, sondern auch Schülern, Kindern, Familien und Gästen des Isarwinkels. Dabei kommt es mir immer auch auf ECHTE Momente an. 

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Meine Erfahrungen im Veranstaltungsbereich in so vielen verschiedenen Ländern und Kulturen hat mich gelehrt, dass man nur mit Authentizität und Begeisterung und TUN weiterkommt. Nur dadurch kommt der messbare Erfolg. Nur dadurch wird man wahrgenommen. Nur dadurch entstehen Netzwerke. Dies hilft mir auch dabei, künstlerische Projekte voranzutreiben und marktfähig zu machen. 

Wie hat sich die Corona-Krise auf deine Arbeit ausgewirkt und wie hast du diese Zeit erlebt? 

Am Anfang war es schon ein Schock. Für den Hochseilgarten, der immer noch geschlossen ist, war es ein fataler Umstand. Über ein Jahr nahezu keine Schulklassenausflüge in den Isarwinkel. Ebenso im Eventbereich hagelte es monatelang nur Stornierungen und so war auch nicht viel los mit Bühnenshows auf Events. Viele meiner Künstlerkollegen heuerten in Supermärkten an, in denen sie noch immer arbeiten.  

Mit einer besonderen Idee und der inneren Überzeugung etwas Besonderem auf der Spur zu sein, gründete ich das Künstlerkollektiv IsarStreetArt.de, das sich intensiv mit der Schnittstelle zwischen Graffiti, Filmproduktion und Videomapping beschäftigt. Wir waren so umtriebig, dass wir mit unserer ersten Projektidee sogar einen internationalen Kunstpreis gewinnen konnten. 

Was soll ich sagen, auch wenn ich alles auf den Kopf stellen musste um mich neu zu erfinden, so ist es trotz alledem gelungen. In der Krise verbirgt sich in allererster Linie auch eine Chance. Ich habe versucht diese Zeit so anzunehmen wie sie eben war und in meinem positiven Umgang mit ihr sehr schnell ein Netzwerk von besonderen Unternehmern und Menschen aufgebaut, die sich eben nicht im Grant und der permanenten Kritik an allem und jedem gefielen. 

In großer Dankbarkeit werde ich auch immer an die Zeit zurückdenken, in der halt auch einfach mal NICHTS ging und ich „Lockdown-Papi“ sein durfte. 

veröffentlicht am 26. Oktober 2022