Mythos Rauhnächte

Weihnachtsritual und uralter Brauch in Oberbayern

Laut germanischem Mondkalender hat das Jahr 12 Monde mit 354 Tagen. Verglichen zu unserem Jahr mit 365 Tagen fehlen also 12 Nächte, beziehungsweise 11 Tage, die als die sogenannten „toten“ Tage eingefügt wurden. Über die Jahre haben sich einige Mythen und Bräuche durchgesetzt.

 

Räucherreinigung nach Tradition

Die Rau(h)nächte sind auch in der Alpenregion Tegernsee-Schliersee ein fester Bestandteil von Brauchtum und Tradition der staden Zeit rund um Weihnachten. Hier bedeuten die Raunächte vor allem eins: Räuchern. Von Weihnachten bis zum Drei-Königs-Tag wird in Wohnhäuser als auch Ställen eine Reinigungsräucherung vollzogen. Der wohlriechende Rauch von Harzen und Kräutern zieht durch die Räume und vertreibt so den alten Ballast des Jahres. In manchen Teilen der Alpenregion besteht der Glaube, dass die Tiere an den heiligen Nächten die menschliche Sprache annehmen und von der Zukunft berichten. Dem gleichen Glauben nach würde ein Mensch der den Tieren dabei lauscht jedoch umgehend sterben.

 

Wenn der Krampus in München tanzt

Beim alljährlichen Krampuslauf über den Münchner Marienplatz und den dortigen Christkindlmarkt weichen die Passanten meist erschrocken zurück. Kein Wunder: Mit wilden Haaren, angsteinflößenden Holzmasken und zotteliger Fellbekleidung ziehen rund 25 Krampusgruppen aus Bayern, Österreich und Südtirol durch die Innenstadt. Das laute Scheppern der Schellen der Krampusse begleitet das Spektakel und sorgt für noch mehr Ehrfurcht. Manch Zuschauer ist – wenn auch nicht freiwillig – Teil der Tradition: Mit aus Ästen gefertigten Besen und Peitschen treiben sie gerne dem ein oder anderen Passanten die bösen Geister und Altjahreslasten aus. Der diesjährige  Krampuslauf findet am 10.12.2017 ab 15 Uhr und am 17.12.2017 ab 16 Uhr statt.

 

Kramperl-Laffn – Jahrhunderte alte Tradition im Berchtesgadener Land

Der Krampus treibt nicht nur an den Rauhnächten sein Unwesen. Er ist quasi das verbitterte Gegenüber des Nikolaus, weshalb die mit Holzmasken verkleideten Gestalten bereits spätestens ab 6. Dezember umherziehen. Auch der 29-jährige Marius schlüpft jedes Jahr wieder in das zottelige Gewand samt imposanter Holzmaske und zieht mit dem Heiligen Nikolaus durchs Berchtesgadener Land. Das Besondere: Seine Maske hat er selber geschnitzt. Vor 15 Jahren entdeckte er sein Talent dafür und es dauerte nicht lange, da erhielt Marius schon den ersten Auftrag für neue Krampus-Masken. Mittlerweile gilt der Hobby Maskenschnitzer weit über die Berggipfel hinweg als Holzkünstler. Je nach Ausführung gibt es die Krampusmasken bei Marius

Wos doa im Winter?