Spektakulär oder skurril? Zwischen steilen Höhen und salzigen Tiefen lässt sich in Oberbayern so manch überraschendes Detail entdecken. Wussten Sie zum Beispiel, dass auf der Zugspitze jetzt ein zweites Gipfelkreuz steht? Oder dass einst ein Elefant per Seilbahn auf den Hochfelln schwebte? Dieser Beitrag nimmt Sie mit auf eine außergewöhnliche Reise mit Höhepunkten und Tiefgang. Entdecken Sie kuriose Fakten aus Oberbayern.
Ein zweites Gipfelkreuz für die Zugspitze

Das Original thront auf 2.962 Metern, in exponierter Lage und nicht ungefährlich: das goldene Gipfelkreuz der Zugspitze. Seit dem 3. Juli gibt es eine Alternative, direkt in der Gipfelstation. Das Werk des regionalen Künstlers Bernhard Rieger ist ein detailgetreuer Nachbau, den Besucherinnen und Besucher risikofrei bestaunen, fotografieren und sogar bekleben dürfen. Denn genau das ist ein beliebtes Ritual: Wer das Kreuz erreicht, verewigt sich mit einem Sticker. Nur sind die freien Flächen längst rar und der Weg dorthin eine oft unterschätzte Herausforderung. Die Lösung: Ein Selfie-Spot, ganz ohne Steilhang und doch mit jeder Menge Gipfelgefühl – perfekt für Besucher ohne alpine Erfahrung und Ausrüstung.
Gipfelkreuz XXL: Die Kampenwand
Auch abseits des höchsten Gipfels lässt sich Größe bestaunen: Auf der Kampenwand thront auf 1.664 Metern das größte Gipfelkreuz Bayerns. Stolze zwölf Meter ist es hoch, hat ein Gewicht von 54 Zentnern und wurde 1950 ohne moderne, technische Hilfsmittel unter oft extremen Bedingungen errichtet. Mit zwei Mulis und etlichen Helfern zog man die Eisenteile mit ca. 400 m langen Seilen bis zu den Felswänden.
Ein Elefant im Höhenrausch
Noch mehr skurrile Rekorde gefällig? Die Hochfellnbahn hat gleich zwei auf Lager: Zur Eröffnung 1971 fuhr kein Promi, sondern der Elefant „Radschah“ vom Zirkus Brumbach als erster Gast zur Bergstation. Der Grund: Man wollte beweisen, wie stabil die neue Bahn ist. Fast 50 Jahre später wird’s sportlich: Für eine TV-Show turnte Extremsportlerin Stefanie Millinger auf dem Dach einer Hochfellnbahn-Gondel – und schoss aus dem Handstand einen Luftballon mit Pfeil und Bogen ab.
Auch beim Thema Genuss wird’s ungewöhnlich:
Hochprozentiges mit Höhenlage
Wer denkt, gute Braukunst gedeiht nur im Tal, kennt das Karwendelbräu noch nicht. Auf 2.244 Metern über dem Meer wird hier Deutschlands höchstes Bier gebraut – mit Aussicht auf das Karwendelmassiv und einem Geschmack, der genauso klar ist wie die Bergluft.
Darf’s noch etwas stärker sein? In Schliersee reift in der SLYRS Distillerie ein Whisky heran, der längst internationales Ansehen genießt. Die Idee dazu brachte Gründer Florian Stetter einst aus Schottland mit – das alpine Finish kommt vom Stümpfling auf 1.501 Metern Höhe. Dort lagern besondere Editionen in Fässern unter freiem Himmel – fünf Jahre lang. Das Ergebnis: ein Tropfen mit Charakter, geprägt von Höhenluft und Geduld.
Edler Tropfen aus der Tiefe
Oberbayerns Spezialitäten reichen aber nicht nur in den Himmel, sondern führen auch tief unter die Erde. Im Salzbergwerk Berchtesgaden, 650 Meter unter der Oberfläche, reift der 1517 Miner’s Gin in feuchtem, salzhaltigem Klima zu besonderer Aromatik. Das Ergebnis: ein würziger, glasklarer Tropfen mit Tiefgang.
Wer ihn probieren will, tut das am besten stilecht: bei einem Dinner im Bergwerk – inklusive Führung, Rutschenspaß und Verkostung inmitten uralter Gesteinsschichten. Mehr Untergrund-Genuss geht kaum.
Zwischen Kunst, Kulinarik und kühnen Ideen finden sich zahlreiche kuriose Fakten aus Oberbayern. Fortsetzung folgt…